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“Ohne Wurzeln keine Flügel”, die Historie von Lummerland
Ein Wort von der Gründerin Heike Seele
Als der Schulhort am Paderborner Abdinghof 2007 im Sommer die Tore schloß, war es besiegelt, dass sich zwei „mutige alten Hasen“ Heike Seele anschlossen und sich mit wenig Geld, aber Löwenengagement und großer Begeisterung und einem unglaublichen Zeitaufwand der Gründung einer privaten Kita widmeten. Aus anfänglich acht Kindern wurde nach wenigen Wochen eine Gruppe, bald eine zweite und binnen einem Jahr eine dritte Gruppe. Derweil wurde ein Großfamilien Konzept eher unfreiwillig geboren. Denn: alle Arbeiten mußten, wie zu Hause, von allen Bewohnern erledigt werden; die Kinder wurden wie selbstverständlich in alle Arbeit einbezogen. Das anfänglich sehr schmale Haushaltsbudget ließ keinen Raum für die heutige Köchin, Hausmeister, Schreiner, Gartenbauer, Reinigungsfrau und Wäscherein. Und so wurde Lummerland Gemeinschaft und Familienleben Programm … und es war wunderbar. In der großen Wohnküche wurde mit uns drei Erziehern und den paar Kindern gewerkelt, gegessen, gekocht, geputzt, gebügelt, gefeiert und geklönt. Die Wäsche wurde gemacht, der riesige Garten zu einem Spielparadies gerodet und angelegt. Das Haus und die Waschräume in Stand gehalten…, nebenbei wurden Einkäufe getätigt, Kinder von der Schule abgeholt, Hausaufgaben erklärt und Nachhilfe erteilt – „Fränzchen , lies noch mal vor, wenn ich den Kuchen verziere..“ Als drei Monate später das erste Baby einzog, wurde es in alle Arbeiten mit einbezogen, wie auch die späteren „Nachrutscher“. Als Unternehmerin hatte ich viele verschiedene Arbeits-outfits. Die Schürze in der Küche, die Gummihandschuhe am Putzwagen, aber flugs den Blazer, wenn Besuch kommt, die Gummistiefel und die Schürze mit den Wäscheklammern für die Gartenarbeit und die Aktenmappe für die Ämtergänge – Brei- und Spuckflecken im kleinen Schwarzen mal beiseite. Kinder arbeiten gern, vor allem wenn viel Wasser fließt, Topfdeckel ordentlich klappern und man viel Obst und Gemüse verarbeiten und futtern kann. Einen Putzwagen schieben und damit Renn-Rallyes durch große Dielen veranstalten, um die Wette Nasen an Scheiben platt drücken und das Fenster hinterher sauber putzen, oder mit Rudolf eine Hütte für die Hasen und die Gummistiefel bauen, einen Sandkasten anlegen – alles ist auch Spiel und tolle Erfahrung fürs Leben. Nach der Arbeit bliebe immer Zeit für Themenprojekte, Entspannung, Erzähl- und Kuschelstunden, Lagerfeuer, Eltern - Leitwolftraining, denn den „Supernannis“ geht der Stoff für spannende Lernstunden in der Praxis nie aus. Kinder brauchen einerseits spannende Angebote und abenteuerliche Erlebnisse, anderseits benötigen sie aber auch eine enge Beziehung zu liebevollen, aber klaren Begleitern, die eine familienähnliche Struktur erfahrbar machen. Aus dieser Geborgenheit in Kleingruppen mit vertrauten Bezugspersonen – wir nennen sie Leitwölfe – heraus läßt sich die Welt entdecken. Neugier und Forschergeist treibt alle kleinen und großen Lummerländer an.
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